Arbeitsgänge einer Inschrift

Von der Zeichnung, über die Einarbeitung, bis hin zur Tönung einer keilförmigen Inschrift.

Jede handgezeichnete Schrift ist genau wie jeder Naturstein ein Unikat. Die Kunst des Schriftzeichnens geht viele Jahrtausende zurück, bis hin zu der, für uns maßgeblichen Schrift der Römer (Antiqua). Schriften wurden in dieser Zeit mehrfach abgeändert, jedoch nie wirklich verändert. Der Grundstil blieb der Schrift immer erhalten.

Wir haben über einen Zeitraum von über zehn Jahren unseren Stil von handgezeichneten Schriften entwickelt und bleiben in dieser Entwicklung nie stehen. 

Um Ihnen ein Bild des Aufwandes zu verschaffen, möchten wir Ihnen gerne die Entstehung einer handgezeichneten Inschrift näher bringen.

 

1. Schriftzeichnung in Handarbeit.

Wir zeichnen die meisten Schriften, trotz der neueren technischen Möglichkeiten, noch von Hand. Die Handarbeit und Individualität sind unserer Meinung nach die stärksten Eigenschaften des Steinmetzhandwerks. Diese Eigenschaften sind uns sehr wichtig und sollten aufrecht erhalten werden.

2. Einteilung des Schriftbildes

Beim gestalterischen Aspekt der Schrifteinteilung sind gewisse Grundregeln zu beachten. Wir haben über die Jahre gelernt diese, für das menschliche Auge angenehmeren, Eigenschaften bei beliebiger Form und Größe des Grabmals anzuwenden. Die Schrifteinteilung wird mit dem Kunden bei einem separaten Termin genauestens besprochen und Missverständnisse oder inhaltliche Fehler werden gegebenenfalls beseitigt.

 

3. Schriftzeichnung übertragen

Die Zeichnung wird mit handelsüblichem Pauspapier auf eine spezielle Sandstrahlfolie (genauere Beschreibung folgt) oder direkt auf das Grabmal übertragen. Hierbei ist auf Genauigkeit zu achten um Ungleichmäßigkeiten des Schriftbildes zu vermeiden.

 

 

4. Ausschneiden der Schrift

Die übertragene Schriftzeichnung wird nun fein säuberlich mit einem Skalpell ausgeschnitten und ausgehoben.

5. Sandstrahlen der Inschrift

Als nächstes wird die freigelegte Schrift von einem Sandstrahlgerät unter hohem Druck mit feinem, scharfkantigen Strahlkorund bearbeitet. Das Korund wird durch Druckluft auf die Steinoberfläche katapultiert und nimmt an den freigelegten Flächen der Buchstaben Stück für Stück Teile der Oberfläche ab. Die vorgehend beschriebene Strahlfolie gibt es für verschiedene Oberflächen und Strahltiefen, sie dient dazu die restliche Oberfläche des Steines vor dem Strahlkorund zu schützen. Am Ende dieses Vorgangs ist die Oberfläche der Buchstaben etwa einen Millimeter vertieft.

 

6. einarbeiten der Inschrift

Durch das Sandstrahlen ist die Form der Buchstaben mit scharfen, geraden Kanten bereits in den Stein eingearbeitet. Um jedoch eine Schattenbildung im Buchstaben zu erhalten wird die Schrift mit einem Presslufthammer und Diamantbesetzten Schrifteisen keilförmig nachgearbeitet, sodass eine mittig im Buchstaben verlaufende Nut entsteht. Das Einarbeiten verbessert zudem die Haftung von Schriftfarbe in den Buchstaben, da die Oberfläche glatter und gleichmäßiger wird.

 

7. Tönen der Inschrift

Passend zu jeder Gesteinsart mischen wir, aus bis zu fünf verschiedenen Farbtönen, individuell den perfekten Farbton für das beschriftete Grabmal. Um eine längere Haltbarkeit und lückenlose Farbdeckung zu gewährleisten legen wir unsere Schriften, im Gegensatz zur Norm, in zwei Schichten anstatt in einer Schicht an.

 

8. Säubern der Schriftfläche

Wenn die Schriftfarbe getrocknet ist wird die Sandstrahlfolie entfernt und die Schriftfläche gründlich gereinigt.

nach oben